Zusammenleben in der C-side
Inspiration und Herausforderung
Das gemeinschaftliche Leben in einem Wohnprojekt gibt nicht nur eine zukunftsweisende Antwort auf viele gesellschaftliche Herausforderungen, sondern stellt selber eine Herausforderung dar.
In der C-side kommen so viele unterschiedliche Menschen zusammen wie Bedürfnisse, Erfahrungswelten und Vorstellungen von einem guten Leben. Das kann spannend und inspirierend sein, aber auch verdammt anstrengend.

Soziale Infrastruktur
Häufig fehlen in unserer Gesellschaft und Sozialisierung Übungsräume, in denen wir das Miteinander in großen und divers zusammengesetzten Gruppen erproben können. Wir lernen es meist erst, wenn wir schon mittendrin sind. Das Rückgrat unseres Hausprojekts ist daher eine soziale Infrastruktur, die eine basisdemokratische, gerechte und effiziente Selbstorganisation mit erprobten Werkzeugen der Gemeinschaftsbildung und Konfliktlösung verbindet.
Im wöchentlich stattfindenden Plenum wird alles besprochen, was an praktischen Fragen ansteht. Wird ein Punkt zu groß, wird er ausgelagert in eine Arbeitsgemeinschaft (AG). Regelmäßige AGs sind z. B. die BuchhaltungsAG, die GartenAG, die HühnerAG oder die EnergieAG.
Für die gemeinschaftlich genutzten Räume gibt es öffentlich aushängende rotierende Putzpläne. Manche Menschen kochen und kaufen für sich selber ein, andere tun dies gemeinsam und beteiligen sich dazu an einer ausgeklügelten Essenskasse. Ein Elektro-Gemeinschaftswagen steht allen zur Verfügung.
Gemeinschaft sein
Wir haben uns auf Regeln respektvoller Kommunikation geeinigt und nehmen solidarisch Rücksicht auf unterschiedliche Interessen, Fähigkeiten und Kapazitäten der Bewohner:innen. Eine Solikasse hilft bei finanziellen Engpässen. Bei sozialen oder persönlichen Schwierigkeiten greifen ein Paten- und Patinnensystem, die SozialAG und der RepairSHOP, ein Gesprächsleitfaden zur Konfliktlösung. Bei unserem sogenannten Reflexionsplenum erzählen wir reihum, wie es uns gerade geht, was uns bewegt und was wir uns jeweils von der Gruppe wünschen. So lernen wir uns nicht nur immer besser kennen, sondern fühlen uns auch emotional mehr und mehr verbunden – und damit als echte Gemeinschaft.
Unsere externen Unterstützer:innen können sich an unseren monatlichen Aktionstagen beteiligen, sind bei den Mitgliederversammlungen des Vereins stimmberechtigt und werden über unseren Newsletter über Ereignisse und Termine in der C-side informiert.
Im Sommer laden wir zum großen Hoffest und zu kleinen Nachbarschaftscafés ein. Regelmäßig wollen wir uns zudem auch an städtischen oder kommunalen Veranstaltungen beteiligen, wie z. B. schon 2024 am Wohnprojektetag in Münster. Das bietet nicht nur schöne Anlässe, uns gegenseitig kennenzulernen. Wir machen auch die tolle Erfahrung, dass wir gemeinsam etwas auf die Beine stellen können, das eine Außenwirkung entfaltet. In diese Richtung möchten wir in Zukunft noch weiter gehen, etwa mit politischer Arbeit, dem Angebot von Workshops usw. Wenn ihr dazu Ideen habt und/oder dabei mitmachen wollt, meldet euch gerne!


